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Mastkälber Allgemeines

In der Schweiz werden pro Jahr ca. 260‘000 Kälber gemästet. Damit können über 98 % des Schweizerischen Kalbfleischbedarfs abgedeckt werden. Das typische an Kalbfleisch ist seine Feinfaserigkeit und die hellere Fleischfarbe. Durch die früheren Produktionsmethoden wurde das Kalbfleisch weiss, bedingt durch einen krankhaften Eisenmangel. Die neue Tierschutzgesetzgebung verlangt, dass die Kälber ausreichend mit Eisen versorgt sein müssen. Dies hat nicht nur eine verbesserte Gesundheit der Kälber zur Folge, sondern auch, dass die Kalbfleischfarbe roter wird.

Ein Kalb wiegt bei der Geburt ca. 50 kg, das Schlachtgewicht eines Mastkalbes beträgt ca. 200 kg. Um dieses Endgewicht zu erreichen, dauert es ca. 5 Monate. Je nach Betriebsform besteht die Tränke aus Vollmilch, Milchnebenprodukten oder Milchpulver oder deren Kombination. Für die Mast eines Kalbes werden total ca. 180 kg Trockensubstanz vertränkt (1 Liter Milch hat gut 120 g Trockensubstanz). Um den Bedürfnissen eines Kalbes als heranwachsender Wiederkäuer gerecht zu werden, muss ihm zusätzlich eine geeignete Rohfaserquelle in Form von Heu oder Mais angeboten werden.

In der Schweiz praktizierte Formen der Kälbermast und deren Bedeutung:

Bäuerliche Kälbermast: 25 % der produzierten Mastkälber

Die Kälber werden mit auf dem Betrieb produzierter Vollmilch gemästet. Mit zunehmendem Alter der Kälber muss die Vollmilch mit einem Milchpulver ergänzt werden. Die Milchkuhhaltung erfolgt auf den Betrieben ausschliesslich zur Produktion von Tränkemilch für die Kälber. Neben den auf dem Betrieb geborenen Kälbern werden einzelne Kälber kontinuierlich dazugekauft. Da die Bestimmung der Kälber bereits bei der Belegung der Kühe bekannt ist, wird vor allem Samen von Maststieren eingesetzt. Dabei handelt es sich am häufigsten um Vertreter der Rassen Charolais, Limousin und je nach Region auch der Rassen Simmental oder Braunvieh.

Integrierte Kälbermast: 25 % der produzierten Mastkälber

Alle Kälber werden zugekauft; meist über den Kälbermarkt. Das bedeutet, dass die Kälber von vielen verschiedenen Betrieben stammen. Häufig handelt es sich um Kälber des Milchviehtyps: männliche Kälber oder weibliche Nachkommen, die nicht aufgezogen werden. Die Bestossung der Betriebe erfolgt nach dem „Rein-Raus-Prinzip“ um das Risiko der Krankheitsübertragung von den alten auf die jungen Kälber zu minimieren. Als Tränke werden zugeführte Milchnebenprodukte (Schotte, Buttermilch) verwendet, die mit einem Milchpulver aufgewertet werden.

Beimast: 50 % der produzierten Mastkälber

Auf einem Milchviehbetrieb werden die nicht zur Remontierung verwendeten Kälber gemästet. Als Tränke wird die Überschussmilch verwertet. Dabei handelt es sich um so genannte C-Milch, mit der auf dem Markt kein adäquater Preis erzielt werden kann oder um Milch, die nicht in Verkehr gebracht werden darf. Bei den für diese Mast verwendeten Rassen handelt es sich um Kreuzungen von Müttern des Milchtyps mit den unterschiedlichsten Rassen.

Quellen: [27, 28, 29]