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AllgemeinesBestandesmedizinKennzahlen   
 
Kennzahlen
Vereinfacht kann gesagt werden: Was der Fiebermesser für das Einzeltier darstellt, sind die Kennzahlen für den Bestand. Sie sind der Gradmesser für Gesundheit und Leistungsfähigkeit auf Bestandesebene. Wir unterscheiden zwei Kategorien von Kennzahlen.

Durch möglichst wenige primäre Kennzahlen wird die Gesundheit oder Leistungsfähigkeit der untersuchten Gruppe von Tieren zu einem bestimmten Problemkreis wiedergegeben. Die Forderung an die primären Kennzahlen sieht so aus, dass sie in ihrer Gesamtheit das Geschehen soweit abbilden können, damit entschieden werden kann, ob ein Problem besteht oder nicht. Sie sind entweder wirtschaftlich sehr wichtig oder sie können den Problemkreis gut umschreiben.

Die sekundären Kennzahlen dienen dazu, das Problem näher einzugrenzen. Sie müssen nur berechnet und herangezogen werden, wenn zumindest eine primäre Kennzahl unbefriedigend ausfällt.

Es ist sinnvoll, für jede Kennzahl Grenzen zu setzen. Dabei hat sich insbesondere bei den primären Kennzahlen das System der Ampel etabliert. Der Zielbereich wird vom sogenannten Zielwert begrenzt und beschreibt den Bereich, wo der (ehrgeizige) Betriebsleiter eigentlich hinkommen möchte. Der Alarmbereich wird vom sogenannten Alarmwert begrenzt. Wird dieser überschritten, besteht endgültig Handlungsbedarf.



Die Ziel- und Alarmwerte müssen betriebsspezifisch gesetzt werden und sie dürfen nicht statisch gehandhabt werden. Sie müssen während einer Betreuung oder Sanierung immer wieder angepasst werden.

„Unsere“ Ziel- und Alarmwerte sollen nicht absolut verstanden und angewandt werden. Sie dienen nur als Hilfsmittel, eigene Grenzwerte zu setzen. Der Zielbereich orientiert sich häufig an den 25% besten Betrieben, der Alarmbereich an den 25% schlechtesten.

Bei der Interpretation der Kennzahl muss man den Faktor Zufall im Auge behalten. Je grösser die Anzahl Beobachtungen sind, desto sicherer ist die Aussagekraft der Kennzahl. Nimmt man beispielsweise an, dass in einer gesunden Population ein Ereignis bei 10% aller Tiere vorkommt, so ist bei 100 Beobachtungen im untersuchten Betrieb erst das Ergebnis ab 17% signifikant verschieden vom Populationsmittel (mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von immer noch 5%), bei 50 Beobachtungen erst ab 20%. Insbesondere beim Setzen des Alarmwertes sollte diese Tatsache mitberücksichtigt werden. Je kleiner die Anzahl Beobachtungen ist, desto grösser muss man die Differenz von Ziel- zu Alarmwert ansetzen.

Quellen: [2, 3]